
Strommast mit x Leitungen – wie früher
Samstagnachmittag, plötzlich beginnt es zu stürmen, immer heftiger. Die Bäume um unser Grundstück biegen sich und auf einmal ist der Strom weg. Da wir in unserem Haus in der Regel Strom haben ist klar: das liegt an dem heftigen Wind. Ich rufe gleich die Stromgesellschaft an und sie versprechen, sich darum zu kümmern.
Sonntagmorgen, der Strom ist natürlich immer noch weg. Ich rufe wieder bei der Stromgesellschaft an. Eine nette Frau ist am Telefon. Ja, sie schauen danach. Ich glaube ihnen gerne, denn unsere Stromleitung ist mit den wichtigen Leitungen des Krankenhauses und des Gefängnisses verbunden.
Sonntagnachmittag, es ist immer noch nichts passiert. Ein Besuch bei ESCOM, so heißt die Firma, kann nicht schaden. Es ist immer nett Menschen persönlich zu begegnen und ihnen dann das Anliegen schildern zu können. Ein freundlicher Malawier mit indischem Hintergrund macht einen sehr kompetenten Eindruck und verspricht: der Strom ist gegen Abend zurück. Sie würden an der Leitung arbeiten. Leider sind diese Arbeiten für unser Haus nicht erfolgreich. Ich mache mir Gedanken über die Sachen im Kühlschrank und Gefrierfach…

Solche Verbindungen sind keine Seltenheit

Hier gings über die Mauer und durch unseren „Urwald“
Montagmorgen, mein Kollege Michael bietet mir seinen Generator an. Das dazu nötige Kabel bekomme ich von einem anderen Kollegen. So besteht Hoffnung, dass die Lebensmittel nicht kaputt gehen. Dennoch schaffen wir es nicht, die Temperatur im Kühlschrank unter 14 Grad zu drücken. Auch der Montag verstreicht mit mutmachenden Antworten der Stromfirma. Bald würden wir wieder Strom haben, versprechen sie.
Dienstagmorgen, Lichtschalter an: nein, kein Licht. Wir haben immer noch keinen Strom. Ich rufe wieder an und mache nachmittags meinen obligatorischen Besuch bei ESCOM. Ja, sie würden uns auf jeden Fall heute noch helfen. Es wird Abend, es wird spät. Ich gehe ins Bett.
Um Mitternacht ist ein Auto vor unserem Tor. Tatsächlich: die Stromleute. Sie müssen noch über eine Mauer in unserem Garten steigen, in den „Urwald“, der dahinter liegt. Zwei Leitungen, an denen die Isolierung fehlte, hatten sich berührt und die Sicherung war durchgebrannt. Nach einer Stunde haben wir wieder Strom. Gott sei Dank!
Das war mal wieder eine Lehrstunde in Sachen „Kulturstress“: Einerseits brauchten wir viel Geduld, andererseits hatten wir nette Begegnungen mit freundlichen Menschen.